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07.10.2026, 22:30 Uhr
Gutachten zur Bestimmung des Geschlechts von Timmy/Hope
Am 17. April 2026 gegen 09:45 Uhr entstanden Drohnenaufnahmen, die eine Drehung des Buckelwals im Flachwasser dokumentieren. Das Tier dreht sich aus der Bauchlage über seine linke Körperseite und gibt während dieser Bewegung für kurze Zeit Teile seiner ventralen Körperseite frei, bevor es wieder in die Bauchlage zurückkehrt. Dabei werden anatomische Merkmale im Genitalbereich erkennbar, die eine nachträgliche Bestimmung des Geschlechts ermöglichen. Die bislang unveröffentlichten Aufnahmen werden auf dieser Plattform exklusiv gezeigt und sind für die nachträgliche Geschlechtsbestimmung von Timmy/Hope herangezogen worden. Mit der fachlichen Begutachtung dieser Aufnahmen wurde der Tierarzt und langjährige Cetaceen-Fachautor Jan Herrmann beauftragt.
Jan Herrmann befasst sich seit mehr als drei Jahrzehnten intensiv mit Walen und Delfinen. Der Tierarzt ist Mitbegründer und verantwortlicher Redakteur des Fachportals Cetacea.de. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Biologie von Cetaceen, Wale der Nordsee, Schweinswale, Strandungsereignisse sowie die wissenschaftliche Meeressäugerliteratur. Ein besonderes Interesse gilt dabei auch Buckelwalen, mit deren Vorkommen, Verhalten und Entwicklung in Nord- und Ostsee Herrmann sich seit vielen Jahren auseinandersetzt.
In seinem Gutachten verweist Jan Herrmann auf die wissenschaftliche Arbeit von Deborah Glockner-Ferrari.
Deborah Glockner-Ferrari gehört zu den maßgeblichen frühen Buckelwalforscherinnen, die sich wissenschaftlich mit der Geschlechtsbestimmung lebender Buckelwale anhand äußerlich erkennbarer anatomischer Merkmale befassten. Ihre 1983 veröffentlichte Arbeit „Determining the sex of humpback whales (Megaptera novaeangliae) in their natural environment“ zählt zu den einschlägigen wissenschaftlichen Quellen auf diesem Gebiet (ergänzend zur Person: historische Aufnahme von Glockner-Ferrari aus dem Jahr 1992).
Das Gutachten von Jan Herrmann steht am Ende unseres Berichts zum Download zur Verfügung.
Auszugsweise: Nach längerem Aufenthalt in der Ostsee und wiederholtem Festliegen befand sich der Buckelwal zuletzt vor Poel im Flachwasser im Schlick. Dort sind Drohnenaufnahmen des Wales angefertigt worden. Von Minute 0’22 bis 0’52 der zur Verfügung gestellten Drohnenaufnahme führte der Wal eine Drehung über seine linke Körperseite durch. Während dieser Drehung zeigte der Buckelwal seine Bauchunterseite und die Geschlechtsöffnung wurde sichtbar. Als Detail der Geschlechtsöffnung war hier am caudalen (schwanzwärtigen) Rand eine halbkugelige Erhebung zu erkennen. Diese Erhebung entspricht dem „hemispheric lobe“, den GLOCKNER (1983) als äußeres Erkennungsmerkmal weiblicher Buckelwale beschrieben hat. Sie fehlt bei männlichen Buckelwalen.
Diese Geschlechtsbestimmung bietet nicht die gleiche Sicherheit wie die über Verhalten (Walkuh mit Kalb) oder Genetik. Sie lässt aber die Aussage zu, dass es sich bei diesem Buckelwal mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein weibliches Tier handelt.



