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Trackerdaten (Erster Teil)

Trackerdaten (Erster Teil)

15.09.2026, 00:55 Uhr

Fachwissenschaftlicher Hintergrund

Die nachfolgende Trackerdatenauswertung (Erster Teil) wurde von einem Meeresökologen und Forscher zu mariner Megafauna mit besonderem Schwerpunkt auf Buckelwalen vorgenommen. Zu seinen wissenschaftlichen Stationen und Referenzen zählt die Griffith University in Australien. Seine Arbeiten befassen sich insbesondere mit Klimawandel, Wanderbewegungen und Habitatnutzung sowie mit den Auswirkungen menschlicher Einflüsse auf Verhalten und Schutz von Walen und Delfinen.

Zeitlicher Verlauf des Tauchprofils des Buckelwals Timmy/Hope mit abnehmender Tauchtiefe und verkürzten Tauchintervallen ab dem 6. Mai 2026

Bis zum 5. Mai zeigt das aufgezeichnete Tauchprofil des Buckelwals Timmy/Hope eine ausgeprägte Variabilität mit wiederholten Tauchgängen unterschiedlicher Tiefe. Der tiefste in den vorliegenden Daten erkennbare Tauchgang liegt bei zirka 120 Metern; eine Tauchtiefe von 150 Metern ließ sich nicht bestätigen. Ab dem 6. Mai ist ein Rückgang der Tauchtiefe und eine Verkürzung der Tauchintervalle dokumentiert. Am 7. Mai wurde die letzte Oberflächenexposition registriert. Im Anschluss geht das aufgezeichnete Tiefenprofil in einen nahezu konstanten oberflächennahen Verlauf über.

Im Verlauf des 7. Mai wurde die letzte Oberflächenexposition des Senders registriert. Spätestens ab dem 8. Mai sind keine weiteren entsprechenden Übertragungsereignisse mehr verzeichnet.

Zunehmende Oberflächenkontakte bei gleichzeitig abnehmender Exposition des Senders an der Luft

Die nachfolgende Grafik stellt zwei gegenläufige Entwicklungen in den drei ausgewiesenen Phasen dar. Die Häufigkeit der registrierten Oberflächenkontakte steigt von zirka 14 pro Stunde in der Phase nach der Freisetzung auf zirka 29 während der Schwächungsphase und schließlich auf zirka 54 im als „agonal window“ bezeichneten Abschnitt. Gleichzeitig nimmt die Zeit beziehungsweise Häufigkeit, mit der der am Tier befestigte Sender tatsächlich aus dem Wasser gelangt und der Luft ausgesetzt ist, ab: von zirka 45 über zirka 8 bis auf nahezu 0. Das bedeutet, dass der Wal zwar immer häufiger die Oberfläche erreicht, der Sender dabei aber seltener beziehungsweise nur noch sehr kurz aus dem Wasser gelangt.

Phasen des Tauchprofils des Buckelwals Timmy/Hope vom 2. bis 7. Mai 2026

Das aufgezeichnete Tauchprofil lässt sich in mehrere zeitlich unterscheidbare Phasen gliedern. Unmittelbar nach der Freisetzung zeigt sich eine Stressphase. Zwischen dem 3. und 5. Mai folgt eine Erholungs- beziehungsweise Normalisierungsphase. Ab dem 6. Mai zeigt das Tauchprofil eine deutliche Schwächung des Buckelwals Timmy/Hope. Die registrierten Tauchtiefen nehmen ab, zugleich verkürzen sich die Tauchintervalle signifikant. Diese Entwicklung setzt sich bis zum Ableben des Tieres fort. Das Tiefenprofil geht in einen nahezu konstanten oberflächennahen Verlauf über, der als „post-mortem drift“ gekennzeichnet ist.

Validierte GPS-Ortungen und rekonstruierter Oberflächenverlauf

Die Darstellungen zeigen den aus den validierten GPS-Ortungen rekonstruierten Oberflächenverlauf unter Einbeziehung der Wassertiefenverhältnisse. Ergänzend sind sämtliche verfügbaren GPS- und ARGOS-Ortungen dargestellt. Aus den validierten GPS-Daten ergibt sich eine Oberflächendistanz von zirka 210 Kilometern, wobei rund 8 Kilometer als fehlerhafte landseitige Verlagerung abzuziehen waren. Unter Einbeziehung der weniger präzisen ARGOS-Ortungen ergibt sich eine größere angenäherte Oberflächendistanz. Beide Rekonstruktionen erfassen ausschließlich den Verlauf zwischen den registrierten Oberflächenpositionen; Tauchbewegungen und unter Wasser zurückgelegte Distanzen sind nicht enthalten.

Beispielhafte Ortungen: 2. Mai 2026, 14:19:31 Uhr – 58°16'48.2"N 10°18'21.7"E; 3. Mai 2026, 14:59:46 Uhr – 57°49'05.6"N 10°57'15.5"E; 4. Mai 2026, 21:50:45 Uhr – 57°21'11.1"N 11°39'55.4"E.

Für Teil 2 der Auswertung ist vorgesehen, die tatsächlich zurückgelegte Gesamtdistanz des Buckelwals unter Einbeziehung der Tauchbewegungen zu rekonstruieren. Darüber hinaus sollen die Bewegungsdaten mit dem Schiffsverkehr sowie den zum jeweiligen Zeitpunkt herrschenden Strömungsverhältnissen abgeglichen werden, um den dokumentierten Verlauf räumlich und zeitlich weiter einzuordnen.

Hinweis auf ein potenziell schädigendes Ereignis im näheren Umfeld

Der Tauchdienst der dänischen Marine machte am 6. und 7. Mai 2026 im Bereich Kalø Vig/Aarhus-Bucht mehrere aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Fliegerbomben unschädlich. Nach Angaben der Marine waren die Kampfmittel zuvor unter Wasser mithilfe einer Drohne aufgefunden worden. Die Bomben wurden kontrolliert auf See und vor Ort gesprengt.

© 2026 GWRO. Alle Rechte vorbehalten.

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53°58’23.4”N 11°25’54.0”E

Timmy / Hope

56°43’24.2”N 11°31’38.5”E

Hinweise, Anregungen und Ideen nehmen wir unter office@germanwhalerescue.com entgegen. Anfragen werden nach der Maßgabe unserer laufenden Untersuchungen bearbeitet. Ein Anspruch auf Beantwortung besteht nicht. Bei operativen Anfragen zu Großwalereignissen wenden Sie sich bitte an: operations@germanwhalerescue.com

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